Was wäre, wenn wir alle in einem bestimmte Bereich besonders herausragend wären? Wenn manche Menschen eine Gabe hätten, teuflisch oder zauberhaft? Und was wäre, wenn diese Menschen an einem besonderen Merkmal immer und überall erkennbar wären?
Katsa ist einer dieser Menschen, sie ist eine Beschenkte. In allen sieben Königreichen ist sie für ihre Unerbittlichkeit bekannt, denn sie kann besonders schnell und ohne jede Waffe töten. Im Auftrag des Königs Randa aus den Middluns treibt sie Geld ein und sorgt für Loyalität der Lords gegenüber Randa, denn jeder Beschenkter gehört dessen König. Zum Ausgleich hat Katsa den „Rat“ ins Leben gerufen. Mit ihren Freunden Oll, Giddon, Raffin und einigen weiteren Verbündeten in den sieben Königreichen sorgen sie für Gerechtigkeit, unbemerkt von den Herrschern.
Als Katsa eines Tages Bo, ein Prinz aus Lienid, bei der Rettung dessen Großvaters begegnet, ändert sich etwas in ihr. Ihm gegenüber ist sie nicht rüpelhaft und ruppig wie bei den meisten anderen in ihrer Umgebung. Er schafft es Katsa davon zu überzeugen, dass sie nicht von Randa abhängig ist, sondern selbst Herrin über ihr Leben. So entsagt sie sich der Kontrolle des Königs und reist mit Bo in Richtung Monsea, wo sie den Grund für die Entführung von Bo´s Großvater vermuten. Eine aufregende Reise quer durch das Land über Berge durch eisige Kälte und über das Meer beginnt.
Die Covergestaltung von „Die Beschenkte“ sticht dem Betrachter sofort ins Auge - nicht durch knallig Farben, sondern durch ein Bild Ton in Ton gehalten. Verschwommen ist der Kopf und Rücken von Katsa dargestellt, die Haare zum Knoten zusammengebunden, da sie ihr lästig sind.
Der Erstlingsroman von Kristin Cashore ist in drei Teile untergliedert und innerhalb dieser Teile in Kapitel ohne Nummern oder Namen. Zu Beginn des Romans befindet sich eine gezeichnete Karte der sieben Königreiche, welche dem Leser das Verstehen der Geschichte erleichtert. Denn gerade am Anfang erklärt Katsa als Ich-Erzählerin viel über den Aufbau der Königreiche und die Beziehungen zwischen den Königen.
Zum Teil ist die Geschichte sehr vorhersehbar, was der Spannung aber keinen Abbruch tut, da sie eine gewisse Dynamik entwickelt. Dagegen langweilen anfangs die ausführlichen Beschreibungen von Katsa´s Kampfhandlungen.
Ein schwacher Anfang, den aber das temporeiche und unerwartete Ende wieder wettmacht. „Die Beschenkte“ von Kristin Cashore ist auf jeden Fall empfehlenswert. Für alle, die es nicht erwarten können Neues von der Autorin zu lesen und der englischen Sprache etwas mächtig sind, kann ich „Fire“ empfehlen, welches einige Jahre vor „Die Beschenkte“ spielt.
© Corinna Müller
Daten zu Kristin Cashore „Die Beschenkte":
ISBN: 978-3-551-58210-2
Verlag: Carlsen
Preis: 19,90 €
Seitenzahl: 496
Englischer Titel: Graceling









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